Martí Perarnau – Pep Guardiola

Martí Perarnau – Pep Guardiola

Dritter Adventssamstag, dritte Buchvorstellung. Tür 15 mit einer Rezension von Martí Peranaus Buch „Pep Guardiola – Das Deutschlandtagebuch.“ Wie haben die frei Jahre München den Trainer Guardiola verändert? Wie sehr haben seine Ideen und sein Fußball Deutschland beeinflusst?

Martí Perarnau – Pep Guardiola

Titel: Pep Guardiola – Das Deutschland-Tagebuch

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Verlag: Ecowin; Auflage: 1. Aufl. (9. November 2016)

Sprache: Deutsch

Inhalt:

Drei Jahre lang war Pep Guardiola Trainer des FC Bayern München. Vom Juli 2013 bis zum Juni 2016 betreute der Katalane den deutschen Rekordmeister. Immer an seiner Seite Martí Perarnau. Der frühere Hochspringer durfte während der kompletten Amtszeit von Guardiola an der Säbener Straße hinter die Kulissen blicken. Perarnau war beim Training, bei den Besprechungen des Trainerstabs, den Ansprachen vor den Spielen an die Mannschaft und den Analysen weit nach Spielende zwischen Guardiola und seinen engsten Vertrauten. Und Perarnau hat alles protokolliert und aufgeschrieben.

Dieses Buch vermittelt einen Einblick in die Denkweisen von Pep Guardiola. Wie stellt er seine Mannschaften ein? Was ist seine fußballerische Philosophie? Welche Methoden nutzt Pep um den Spielern die bestmögliche Chance auf einen Sieg zu geben? Perarnau erklärt warum Guardiola seinen Vertrag bei den Bayern nicht verlängert, und warum er stattdessen in Manchester unterschrieben hat.

Dabei garniert der Autor seine Ausführungen immer wieder mit Unterkapiteln die mit dem Namen „Backstage“ überschrieben sind. Kurze Berichte über verschiedene Begebenheiten und Spiele der Münchner. Allerdings ist das Buch kein Tagebuch, wie die Überschrift vermuten lässt. Es wird nicht chronologisch jede Saison dokumentiert. Der Originaltitel lautet auch „La Metamorfosis de Pep – Comó Alemania ha cambiado a Guardiola“. Frei übersetzt bedeutet das ungefähr „Die Metamorphose von Pep – Wie Deutschland zu Guardiola wurde“.

Auch die Einflüsse des Startrainers auf die Bundesliga, die Nationalmannschaft und den Fußball in Deutschland generell werden von Perarnau unter die Lupe genommen.

Autor

Martí Perarnau Grau, 63, ist ein ehemaliger spanischer Hochspringer, der 1980 an den olympischen Spielen in Moskau teilgenommen hat. Das Deutschlandtagebuch ist eines von mehreren Büchern die Perarnau über Pep Guardiola geschrieben hat. Neben seiner Tätigkeit als Buchautor bringt Perarnau regelmäßig das Magazin „The tactical room“ heraus. Außerdem finden sich auf seiner persönlichen Homepage weitere Artikel die auf andere Sportarten eingehen, aber auch kulturelle Entwicklungen in Kunst und Musik als Thema haben.

Für wen ist das Buch geeignet?

Die genaue Zielgruppe für „Pep Guardiola – Das Deutschland-Tagebuch“ ist nicht einfach zu definieren. Sicher werden Bayernfans aufgrund der Anekdoten zu Spielern und zum Verein Freude am Buch haben. Auch generelle Fans der Bundesliga können mit diesem Buch besser verstehen, warum die Bayernmannschaften von Guardiola den nationalen Wettbewerb so dominiert haben. Vor allem Fans und Journalisten die an Taktik interessiert sollten das Buch von Perarnau lesen. Dabei müssen sie sich nicht zwangsläufig nur mit dem Fußball beschäftigen. Durch zahlreiche Ausflüge in andere Sportarten und Bereiche des Lebens, gibt das Buch ganz allgemeine Tipps für Vorbereitungen, Abläufe und Analysen.

Wertung

8 von 10 Punkten. Ich fand das Buch sehr interessant. Der Trainer Guardiola fasziniert mich, ähnlich wie beispielsweise ein Greg Popovich im Basketball. Perarnau schält viel von der Hülle ab, mit der sich Pep Guardiola oftmals umgibt. Er hilft auch, den Fußball den Guardiola spielen lässt wesentlich besser zu verstehen. Vieles am Buch ist sehr gut geschrieben, und Perarnau untermauert seine Thesen und Ausführungen immer wieder mit Zitaten und Weisheiten.

Und genau das ist leider auch ein Problem des Buches. Der Blick auf Rugby, Schach, Basketball, Wasserball, Musik, Malerei, Dichtung, Lyrik, Poesie und vieles mehr kann Gedankengänge von Guardiola nachvollziehbar machen. Aber die Dosierung stimmt für mich nicht. Es ist schon schwierig in manchen Kapiteln den Überblick zu behalten, welcher der zahlreichen Inspiratoren von Guardiola jetzt gerade eine taktische Ausführung gegeben hat. Driftet der Autor dann auch noch in Gedichte oder Trainingsmethoden für Geigenspiel, so wird es leider unübersichtlich.

Ich kenne Perarnaus erstes Buch „Herr Guardiola” nicht. Vielleicht geht er dort mehr auf konkrete Spiele ein, und erläutert auch mithilfe von taktischen Aufstellungen seine theoretischen Ausführungen aus dem Text. Ein paar Grafiken und mehr Details zu einzelnen Partien hätten dem Buch gutgetan.

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