DHB Final Four 4/4 – Tag Zwei – Großes Finale mit großem Entertainer

Am zweiten Tag des Final Four stand selbstverständlich das Finale zwischen der SG Flensburg-Handewitt und den Füchsen Berlin im Mittelpunkt.

Die Rollenverteilung war dabei eindeutig. Die Flensburger standen im vierten Jahr hintereinander im Endspiel. Da sie die letzten drei Finalspiele jeweils gegen den THW Kiel verloren hatten, schien der Weg in diesem Jahr frei für die SG.

Auf der anderen Seite hatten die Berlin in ihrer Vereinsgeschichte noch nie einen Titel gewonnen. Und überhaupt konnte vor diesem Finale noch nie ein Team das Final Four in Hamburg gewinnen, das aus einer Stadt südlich von Hamburg kommt.

Die ersten Minuten des Finalspiels bestätigten die Erwartungen dann auch hundertprozentig. Die Berliner schienen mit der Endspielsituation vollkommen überfordert, und die Flensburger fanden sofort zu ihrem Spiel. Nach zwölf Minuten waren die Flensburger bereits auf 7:2 davongezogen. Das Spiel schien schon vorentschieden. Doch die Berliner, und ganz speziell Torwart Silvio Heinevetter wehrten sich mit zunehmender Spieldauer immer besser.

Stichwort Silvio Heinevetter. Der Berliner Torwart war nicht nur sportlich super aufgelegt. Auch beim Thema Entertainment zeigte er alle Facetten seines Könnens. Wie schon im Halbfinale war es manchmal unterhaltsamer die Augen bei Heinevetter zu lassen, als dem Spielgeschehen auf der anderen Seite der Halle zu folgen. Tolle Paraden, erschöpft am Boden liegen, lautstarke Kritik an der eigenen Abwehr, motivierender Jubel nach Toren und theatralische Beschwerden bei den Schiedsrichtern – Selbst eine Zweiminutenstrafe wegen Reklamierens stoppte Heinevetters Unterhaltungsprogramm nur kurzzeitig.

Spätestens ab Mitte der ersten Halbzeit hatte sich Heinevetter offensichtlich auch in den Köpfen der Flensburger festgesetzt.  Vor allem die Außenspieler der SG waren irgendwann so demoralisiert von den Paraden Heinevetters, dass sie teilweise bei freien Würfen lieber den Pass zum Mitspieler suchten. Zur Halbzeit hatten die Berliner den Vorsprung der Flensburger komplett egalisiert, und es ging mit 11:11 in die Kabinen.

In den zweiten 30 Minuten war das Spiel weiterhin von der guten Abwehrarbeit der Teams geprägt.  Tore waren Mangelware, und so stand es zwei Minuten vor Ende der Partie immer noch Unentschieden 21:21. In solchen Situationen entscheidet oft die Routine und Erfahrung der Spieler eine Partie. Und kein Spieler in der Halle verfügte über mehr Erfahrung, als der spanische Rückraumspieler der Füchse, Iker Romero. Scheinbar ohne Nerven brachte der Kapitän seine Füchse wieder mit einem Tor in Führung. Auf der Gegenseite hielt dann wieder mal Heinevetter gegen Holger Glandorf. Geschickt, und vielleicht auch ein wenig von den Schiedsrichtern begünstigt, brachten die Berliner in der Schlussminute ihre knappe Führung dann über die Zeit.

Gegensätzlicher hätten die Bilder nach dem Schlusspfiff nicht sein können. Auf der einen Seite tanzten die Berliner ausgelassen mit ihren Fans. Durch großen Kampf, und sicher nicht unverdient, hatten sich die Füchse den ersten Titel in ihrer Vereinsgeschichte gesichert.

In der Fankurve der Flensburger und bei der Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes herrschte dagegen ungläubiges Schweigen. Zumindest einen Preis konnten die Flensburger wieder mit in den Norden nehmen – Thomas Mogensen wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Für den Dänen nur ein schwacher Trost: “Das hätte ich sofort getauscht für einen Sieg. Da hätte ich lieber schlecht gespielt und den Sieg geholt.“

So stand am Ende eines tollen Turniers keiner der großen Favoriten aus Mannheim oder Flensburg, aber auch nicht der Außenseiter aus Melsungen, auf dem Siegerpodest. Die Füchse Berlin hatten auf jeden Fall kämpferisch sehr gute Leistungen gezeigt, und, meiner Meinung nach, mit dem Silvio Heinevetter auch den entscheidenden Einzelakteur im Tor gehabt.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei den Organisatoren der DKB HBL bedanken. Ich freue mich schon auf das Final Four 2015!

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