Beautiful day – Berlin Marathon 2015

Beautiful day – Berlin Marathon 2015

Am vergangenen Wochenende lief ich meine zweite große Runde durch die deutsche Hauptstadt. Bei strahlendem Sonnenschein, einer Million Zuschauer an der Strecke und mehr als 40.000 Mitläuferinnen und Mitläufern auf den Straßen erlebte ich einen ganz wunderbaren Berlin Marathon 2015.

U2 als Vorbereitung

U2 als Vorbereitung

Boomerang – Vorbereitung zwischen Hamburg und Hauptstadt

Meine Anreise nach Berlin erfolgte bereits am Mittwoch, allerdings blieb ich nur für eineinhalb Tage. Das U2-Konzert am Donnerstag und die Marathonmesse am Freitagmittag waren die ersten Programmpunkte in der Hauptstadt.

Großer Andrang bei der Startnummernausgabe

Großer Andrang bei der Startnummernausgabe

Während das Konzert recht unterhaltsam war, erinnerte mich der kurze Besuch auf der Messe wieder daran, dass der Berlin Marathon in der Größe doch deutlich über den anderen großen deutschen Läufen in Hamburg, Frankfurt oder München steht. Knapp eine halbe Stunde Wartezeit hatte ich vor dem kleinen Brandenburger Tor im Flughafen Tempelhof zu verbringen, dann gab es endlich die begehrte Startnummer. Selbige hätte ich in meiner Freude über die reibungslose Anpassung der Chipnummer und des Startblocks fast vergessen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank an die unbürokratische Organisation, die mir einen Start ermöglicht hat!

Flughafen Tempelhof

Flughafen Tempelhof

Trotz Zeitstress bummelte ich noch ein wenig über das Gelände. Allerdings war mein Interesse an den Ausstellern und Produkten doch eher gering. Wirklich neues dürfte es nicht gegeben haben, und an ungestörtes und ruhiges Stöbern in diversen Restbeständen war aufgrund des Andrangs nicht zu denken. Dementsprechend widmete ich mich eher dem Flughafen selber und der Architektur. Nach ein paar Schnappschüssen vom ausgestellten Rosinenbomber und dem verlassen Teil von Tempelhof, begab ich mich auf die Rückfahrt Richtung Elbe. Die Hamburg Towers bestritten am Abend das Eröffnungsspiel der ProA. Berlin Teil eins war damit beendet.

Nach dem Auftaktsieg der Towers und einer Nacht in heimischen Gefilden, machte ich mich am späten Samstagmorgen erneut auf den Weg an Spree und Havel. Schon im Hauptbahnhof Berlin merkte ich anhand der deutlich gestiegenen Zahl an Starbeuteln auf dem Rücken der Reisenden, dass es doch eine gute Idee gewesen war, meine Unterlagen bereits am Vortag abzuholen. Der Rest des Tages war dann sehr entspannt, inklusive einer individuellen Pastaparty.

Another Day – Bis zum Start läuft alles glatt

Die Massen am Morgen.

Die Massen am Morgen.

Als um 06:30 Uhr ein paar Stunden später der Wecker klingelt war es reichlich früh, aber meine Laune aufs Laufen war direkt vorhanden. Routiniert arbeitete ich die Liste der Dinge ab, die man vor einem Marathon eben so erledigt. Frühstück, abkleben, Startnummer befestigen – kurz Läuferkrams. Vom freundlichen privaten Taxidienst an der S-Bahn abgesetzt, erwarb ich noch schnell eine Fahrkarte. Ich weiß nicht, wie das in den letzten Jahren in Berlin geregelt war, aber ich finde es sehr unglücklich, dass mit den Startunterlagen keine Fahrkarte erworben wird. Bei knapp 100 Euro für das Erlebnis Berlin Marathon sollte dieser Service auf jeden Fall inklusive sein!

Idyllische Ruhe vor dem Start.

Idyllische Ruhe vor dem Start.

Die große Treppe am Hauptbahnhof Berlin war ebenso überfüllt mit Läuferinnen und Läufern, wie die Gustav-Heinemann-Brücke auf dem direkten Weg zur Runners-Area. Der Umweg über die Moltkebrücke war aber kein Problem, und um kurz nach 08:00 Uhr hatte ich den abgesperrten Bereich vor dem Reichstagsgebäude erreicht. Auch die Läuferroutine unmittelbar vor dem Start brachte ich problemlos hinter mich, und pünktlich um neun jubelte ich aus meinem Startblock der ersten Welle mit den Profis zu. Wenig später begann auch für mich der 42. Berlin Marathon.

Running to Stand Still – Umweg über den Fußweg

Zu Anfang des Rennens war ich positiv überrascht, wie viel Platz ich doch hatte. Um die Siegessäule lief ich links herum, 2011 hatte ich mich noch am Rechtsfahrgebot orientiert. Zufällig sah ich, dass die Ideallinie sogar auf dieser Seite entlang führte, vielleicht ein gutes Omen. Spätestens bei Kilometer drei wurde es dann aber so eng auf der Strecke, dass ich dem Beispiel einiger anderer Läufer folgte, und mich auf dem Fußweg fortbewegte. So direkt zu Beginn des Rennens wollte ich keinen Zeitverlust riskieren. Apropos Zeit, was war eigentlich so mein Ziel? Unter 3:40 wäre toll, Bestzeit zumindest noch ganz nett. So in etwa war meine eigene Vorgabe. Insgeheim spielte ich mit der Marke „drei Stunden für 35 Kilometer“, um dann locker mit irgendwas unter 6:00 Minuten auf den letzten sieben Kilometern ins Ziel zu laufen. Gedankenspiele, die mich zumindest bis zur Halbmarathonmarke immer wieder beschäftigen.

Kurz vorm Hauptbahnhof waren die Lücken im Feld wieder größer, und ich reihte mich auf der Straße in den stetigen Fluss der Läufer ein. Beeindruckend sieht die Masse an Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor allem an welligen Streckenpunkten aus, wenn der Blick auf dem nächsten Kilometer über die auf und ab hüpfenden Köpfe schweift.

Am Hauptbahnhof schweifte mein Blick aber vor allem nach links und rechts. Hier war der erste „Treffpunkt“ ausgemacht. Wobei das Treffen ja auch eher ein fast flüchtiger Augenkontakt ist, da ich in der Regel nur einmal im Rennen bei meiner liebsten Zuschauerin stehenbleibe. Fast hätte ich in diesem Fall sogar den Blickkontakt verpasst, aber das energische Rufen kam gerade noch rechtzeitig und ich wusste zumindest, dass ich auch auf den späteren Streckenabschnitten immer mal wieder meine eigene Aufmunterung bekommen würde.

Staring at the Sun – Laufwetter par excellence

Das Wetter ist an diesem Tag übrigens eine Wucht. Sonnig, aber die Schatten der Gebäude sorgen  immer wieder für ausreichend Abkühlung. Bei KM9 gibt es die ersten Bananen am Streckenrand, für mich aber noch nicht. Durch mein mitgenommenes Fläschchen spare ich mir auch die ersten Verpflegungsstationen und viel Stress durch das Gewusel an den Tischen.

Viel mehr passiert in meinem Rennen nicht, und das ist durchaus positiv zu sehen. Zwar merke ich ungefähr seit Kilometer fünf meine Oberschenkel, jedoch nicht unangenehm, sondern mehr so unter dem Motto „Ok, wir arbeiten jetzt, läuft gut.“ Alex, Straußberger Platz und Kottbusser Tor kann ich genießen. Meine Geschwindigkeit ist gleichbleibend konstant.

Noch winke ich fröhlich.

Noch winke ich fröhlich.

Schon erreiche ich den Hermannsplatz und mein Fanclub hat sich um zwei große und kleine Mitglieder vergrößert. Fröhlich winkend strebe ich weiter. Zwanzig Kilometer reicht an diesem Tag meine Eigenverpflegung, dann habe ich die Hände frei. Ich nutze diese „Gewichtserleichterung“ direkt für vermehrte Armarbeit. „Jetzt ja nicht langsamer werden!“

Where the Streets Have No Name – Anfang der zweiten Halbzeit

Den folgenden Teil von Berlin kenne ich nicht. Oder zumindest kam mir nichts in den Straßen kurz vor und direkt nach der Halbmarathonmarke bekannt vor. Stattdessen beschäftige ich mich wieder mal mit Rechnen. Die Erste Hälfte lege ich in 1:49 Stunde zurück. Realistisch wird die 3:40 jetzt eine sehr schwere Sache, dazu kenne ich mich zu gut. Breche ich komplett ein und laufe mit 6er-Schnitt weiter, bleibe ich aber immer noch auf dem Kurs der 3:54 aus Hamburg im Frühjahr.

Ziel ist es jetzt meine eigene Bestmarke zu schlagen. Da ich den 3:45 Stunden Pacemaker bei KM 3 überholt habe, nehme ich mir folgendes vor: Wenn der Ballon an mir vorbeiläuft, einfach dranbleiben. Damit läge ich garantiert unter 3:45. Schon habe ich mit diesen Gedankenspielen die nächsten fünf Kilometer rumgebracht und nähere mich wieder meinen Schlachtenbummlern. An dieser Stelle wächst die Gruppe sogar nochmals einmalig um eine weitere Person an, was mir aber leider beim Laufen nicht aufgefallen ist. Erst nach dem Rennen am Nachmittag erfahre ich davon.

Sweetest Thing – Grüner Apfel mit Koffein

„Schade“, denke ich mir noch, aber „umdrehen macht wenig Sinn“. Ich habe mein erstes koffeinhaltiges Gel verloren. Eine „bessere“ Stelle hätte ich mir für dieses Malheur jedoch  kaum aussuchen können. Kurze Zeit später werden die offiziellen Gels verteilt. Ich frage die erste Helferin noch, ob ihre Gels denn Koffein enthalten, aber die Antwort kommt zu spät, und ich habe ein überflüssiges Päckchen in der Hand. Einer der hinteren Helfer hat meine Frage aber gehört und preist seine Gels mit „hier mit Koffein“ an. Sauber, vielen Dank, und jetzt brauche ich noch einen Becher Wasser.

Den gibt es kurze Zeit später, inklusive nachfolgendem Geschmacksschock. Das Gel schmeckt nach grünem Apfel. Sehr süß und irgendwie eklig, doch das kann daran liegen, dass ich im Normalfall nur den üblichen Geschmack der braunen Brause bei den aufputschenden Nahrungsergänzungsmitteln kenne. Helfen tut auch der grüne Apfel, da ich kurze Zeit später wirklich wieder etwas schneller werde, oder eher weniger langsam. Wie befürchtet kann ich den 5:10er Schnitt nicht mehr durchgängig halten.

Ich lenke mich mit dem Blick auf die anderen Läufer ab. Ab Kilometer dreißig ist der Kampf ums Ankommen für viele voll entbrannt. Jetzt zeigt sich, wer das Zeug zum Marathoni hat. Besonders bemitleide ich immer die anderen Läufer[1], die mit sichtbaren Krämpfen und Schmerzen langsamer werden oder am Rand – im wahrsten Sinne des Wortes – krampfhaft Dehnübungen versuchen.

Magnificent – Viele Zuschauer und (fast) zu steil

An dieser Stelle ein dickes Lob an die Berliner und die internationalen Gäste, kurz an alle Fans an der Strecke. Gesang, Rufen, Klatschen, Vuvuzelas (stilecht genutzt von einer holländischen Fangruppe), Schlagzeuger, Bands, Gitarristen, Schulklassen und vieles mehr – die Stimmung an der Strecke war überragend! Immer wieder brachte der Rhythmus ein paar Sekunden Motivation und war Taktgeber für meine kürzer werdenden Schritte.

Ein Schritt hätte mich fast noch zum Sturz gebracht. Irgendwo beim Kilometer 35 standen zum letzten Mal meine Fans. Ich wollte mich schnell bei meinem Lieblingsfan bedanken, übersah aber die schräge Kante vor dem Absperrgitter. Um ein Haar hätte ich mir auf der Berliner Prachtstraße eine prächtige Beule am Knie geholt.

Auf zu den letzten sechs Kilometern.

Auf zu den letzten sechs Kilometern.

Zoo Station – Kämpfen beginnt am Kudamm

Apropos Prachtstraße und letzter Treffpunkt – da war doch was? Klar, das war der Kudamm. Direkt voraus lag die U-Bahn-Station Kurfürstendamm, rechts das KaDeWe und links ging es zum Zoologischen Garten. Ich war wohl ein wenig in einen Läufertunnel geraten und hatte diese markanten Berliner Sehenswürdigkeiten fast verpasst.

Die Geschwindigkeit konnte nicht der Grund gewesen sein, denn die bot immer mehr Gelegenheit für Blicke auf die umliegenden Gebäude. Einen richtigen Einbruch erlitt ich aber nicht. Erstmals in meiner persönlichen Marathongeschichte blieb ich bei jedem der 42 Kilometer unter sechs Minuten. Dennoch verlor ich zwischen KM 35 und 40 die entscheiden Sekunden für eine neue Bestzeit. Trotzdem war auch dieser Teil der Strecke für mich ein Erfolg. Ich wiederstand dem Drang zwischendurch mal ein Stückchen zu gehen – nicht einfach bei alle den anderen Fußgängern, die jetzt überall am Streckenrand wieder zu Kraft finden wollten. Mein Kopf sagte weiter, die Füße folgten!

I Still Haven’t Found What I’m Looking For – Die lange Leipziger Straße

2011 hatte ich gegen Ende des Berlin Marathons ein Problem. Ich hatte Durst. Leider hatte ich mir zuvor die Karte nicht genau genug angeschaut. Die erwartete Wasserstelle kam nicht vor KM 40, sondern bei 40,5 Kilometern. Das waren damals sehr lange und trockene Meter.

In diesem Jahr war ich bestens informiert, hatte die letzte Bananenstation bei Kilometer 36 genutzt und wollte nach den zwei Kurven hinter der Leipziger Straße genussvoll das letzte Gel mit einem Becher Wasser zu mir nehmen. Diesmal zog sich aber die Leipziger Straße etwas. Dabei wollte ich meine Geschwindigkeit doch bis zur ersten Linkskurve halten. Der Blick aufs Display zeigte jetzt 6:04  für den aktuellen Kilometer. So kurz vor dem Ende wollte ich aber nicht mehr langsamer als sechs Minuten für 1000 Meter laufen. Wieder die Kopfsache: “Weiter immer weiter!“ Erstaunlicherweise hatten sich die Oberschenkel auch noch nicht wieder gemeldet. Ebenso waren keine weiteren Schmerzen durch Blasen o.ä. zu spüren.

Linksrum und dann nochmal links. Endlich sah ich die letzte Möglichkeit einen Becher Wasser zu mir zu nehmen.

In a Little While – Nicht mehr weit zum Ziel

Die Differenz der offiziellen Distanz zu meiner individuellen Distanz lag irgendwo bei 450 Metern. Dazu wartete ich immer noch die 200 Meter bzw. genauer die 195 Meter des letzten Teilstücks ab, um mir dann zu errechnen, wie lange ich noch für die verbleibenden „glatten“ Kilometer Zeit hätte. Als meine Uhr vibrierte um mir die Zeit für KM 41 anzuzeigen reagierte ich also nicht direkt. Meine „Bruttostrecke“ zählte ja nicht, das was offiziell noch zu laufen war, musste ich berücksichtigen. Kurze Zeit später realisierte ich dann aber, dass jetzt der letzte Kilometer folgen würde. Der Pacemaker für 3:45 Stunde war aber weit und breit nicht zu sehen. Schade, da hatte ich mich etwas getäuscht.

Jetzt hieß es richtig beißen. Trotzdem war es auch ein Genuss. Ich sah die Zuschauermassen und das Brandenburger Tor. Vor mir streichelte ein anderer Läufer fast zärtlich eine der Säulen beim Durchlaufen. Ich dagegen streichelte nichts mehr, sondern holte jetzt gnadenlos raus, was noch an letzter Kraft in den Beinen war. Ein Läufer war mir im Weg, rechts überholen also. Verdammt, das ging nicht, weil ein Werbeschild (gaaaanz wichtig an der Stelle) den rechten Teil der Zielgeraden verengte. Also kurz hinter dem Kollegen eingeordnet, um direkt nach der Werbung vorbeizuziehen. Irgendwie noch die Arme hochgerissen und auf der Matte die Uhr gestoppt.

Der Lohn der Mühen.

Der Lohn der Mühen.

Moment of Surrender – Um Sekunden zu langsam?

Der Blick aufs Handgelenk. 3:45:01, blöde Zeit irgendwie. Eventuell würde ich offiziell doch noch unter 3:45 bleiben, schließlich war meine Zeit ja manuell gestoppt. War jetzt sowieso egal. Mein kurzer Ärger verflog direkt nach der Medaillenübergabe wieder. Ich war erneut einen Marathon gelaufen. Auch ohne die genauen Rundenzeiten in der Übersicht zu haben, wusste ich zudem, dass ich doch recht gleichmäßig gelaufen sein musste. Dadurch würde auch der Unterschied zwischen der ersten und zweiten Hälfte eher minimal ausfallen.

Ich machte mich entlang der Verpflegungsstände auf in Richtung alkoholfreies Weißbier. Den Abzweig nach links verpasste ich aber zuerst. Nach einem Umweg an den Massageständen vorbei und über die Wiese sah ich endlich die ersehnten Schilder. In diesem Jahr gab es sogar kein Limit von einem Bier pro Person. Ich griff mit beiden Händen zu. Im Vorbeigehen hörte ich noch, wie einer der Helfer einem amerikanischen Läufer erklärte, dass es im Läuferbereich kein Bier mit Alkohol gäbe. Das müsse er sich außerhalb kaufen.

Sunday Bloody Sunday – Nachwirkungen

Das erste Bier mit Salzbrezeln als Beilage schmeckte fantastisch. Ich holte mir meinen Kleiderbeutel und ging zu den Duschzelten. Vorm Eingang traf ich meinen Laufpartner aus 2011, schöner Zufall. Der hatte noch kein Alkoholfreies genossen, und so teilte ich gerne den zweiten Becher. Dann ging es ins Vorzelt der Duschen.

Erschöpfte und glückliche Läufermassen.

Erschöpfte und glückliche Läufermassen.

Bisher war ich ja ohne Blessuren geblieben, zumindest merkte ich nichts. Als ich meinen linken Socken auszog sah ein Zeh allerdings etwas lädiert aus. Blutverschmiert leuchtete er mir entgegen. Es wäre auch fast unverschämt gewesen, wenn ich nicht irgendwo eine Auswirkung des Laufs gehabt hätte. Wenige Minuten später machte ich mich auf zur zweiten Runde am Bierstand. Es war immer noch recht leer, obschon mittlerweile fast eine Stunde seit meinem Zieleinlauf vergangen war. Wieder griff ich doppelt zu, vor allem weil teilweise dutzende fertig eingeschenkte Becher ganz offensichtlich schon seit einiger Zeit auf Abnehmer warteten.

Ein wenig komplizierter gestaltete sich die Kommunikation mit meinem Fanclub. Das Telefonnetz war wohl der Masse an Angehörigen und Läufern erlegen. Nach ein wenig hin und her funktionierte die Verbindung dann aber, und es wurde ein Treffpunkt ausgemacht. Auf dem Weg aus dem Runners Area sah ich einen zweiten „Erdinger Alkoholfrei“- Stand. Hier waren also die anderen Läufer alle gewesen. Nun gut, ich nippte an meinem letzten Bierchen und verließ den abgesperrten Bereich. Meine Fans nahmen mich begeistert in Empfang und eine halbe Stunde später fuhren wir mit frischen Donuts in Richtung Unterkunft.

Im weiteren Verlauf des Tages nahm zwar mein Muskelkater stetig zu, die Freude über einen tollen Lauf drängte die leichten Beschwerden aber in den Hintergrund. Zudem hatte ich mittlerweile erfahren, dass mir das Kunststück gelungen war, auf die Sekunde genau 3:45 Stunden zu laufen. So endete ein wirklich schöner Berlin Marathon für mich mit einer Punktlandung.

[1] und Läuferinnen, habe keine Lust jetzt immer beides zu schreiben, Pardon!

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